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9 - Namenkunde: VIANT / WIGAND usw.


VIANT = mittelhochdeutsch = Feind

Von der Namensbedeutung her müssen also die Veränderungen von der mittelhochdeutschen Form her mitbedacht werden (vielfach haben sich unmittelbare Reste vom Mittelhochdeutschen enthalten im "Mundartlichen", Plattdeutschen bzw. Niederdeutschen, im Niederländischen und Friesischen...):
In den mundartlich geprägten ländlichen Grenzgebieten - abseits der jeweiligen sprachlichen Mainstreams und der sich allmählich entwickelnden dann urban-industriell dominierten "deutschen" "Hochsprache" blieb der Familienname VIANT an sich mit seinen ursprünglichen ia-Lauten, hin zum ei-Laut, hin zum einfachen Vokal-Laut: a-e-i bestehen, wenn auch in einer extrem unterschiedlich modulierten Schreibweise: VIANT, FIAND, WIANDT - daneben VENDT, FENDT, FENDT, WENT, WENDT - VINDT, FINDT, WINDT - VAYANDT, WAYANDT, FEYAND - FEYND, FEIND, FEINDT - evtl sogar PFEINDT, PFANDT, VANDT, WANDT und viele Varianten mehr ... - ehe sich dann mehrheitlich sicherlich FEIND, WENDT, WINDT, WAND, durchsetzte. Aber alle diese Varianten können durchaus in der Namensträgerlinie direkt verwandt sein miteinander über die Jahrhunderte dieser mundartlichen sprachlichen Entwicklung ...

Und die matrikelführenden Kirchenbeamten - und daneben dann die Standesbeamten - beurkundeten die Namen so, wie sie sie hörten - bzw. wie sie sie vor Ort schon kannten: ein VIANT wurde zum WIEGAND "eingedeutscht", ein WIEGAND wurde zum VAJAND "eingemeindet", zum FENDT, VANDT, FINDT, WINDT usw.






Mit den romanisch-lateinischen "Gelehrten"-"Hoch"-Sprachen, die sich im elsässisch-lothringischen und im englischen und niederländisch-flämisch aber auch wallonischen Sprachgebiet mit mittelhochdeutschen Sprachfloskeln  in den Namen mischten und durchsetzten, dominierte in diesem Namen der Begriff "VIA" = der Weg / die "richtige" Richtung;
VIANT bedeutete hier nicht mehr der "Feind" sondern in erster Linie "der am Wege Wohnende", der die "richtige" Richtung Angebende, der (heutzutage) den "Mainstream", die "Laufrichtung" Bestimmende, der An- oder auch "Ver-"Führende - während DE-VIANT - als Bezeichnung - der "Gegen-den-Strom-Schwimmende", der Outsider, der Besondere, der Außenseiter, der Individulist und Einzelne bedeuten kann.


Wenn man diesen Namen VIANT/WIEAND trägt und nachspürt, fängt man an, sich in diese Bedeutungen hineinzufühlen. Und bekommt dann auch ein Feeling dafür, was dieser Namen wohl meint.


Ansonsten ist es ein Familienname, der von vielen äußerlich und wirtschaftlich und glaubensmäßig erzwungenen Migrations-Exzessen mitgeprägt und verändert wurde - aus welchen (Glaubens-/Existenz-)Gründen heraus auch immer - verstreut über ganz Europa - in der gesamten zumindest westlichen Hemisphäre... (einschließlich Australien und auch Südafrika) ...


Die "Wiganth"-(Kämpfer)-Namensvarianten - mit den Entwicklungen hin zu Weygandt, Vajandt usw. vermischten sich also immer wieder an den Borderlines mit den "Viant"-(Feind)-Varianten und den "Via"-(Wegrichtung)-Varianten - und gehen in den Schreibweisen die tollsten Symbiosen bzw. Verwechselungen ein:
Besonders Menschen bzw. Matrikelführer, für die muttersprachlich diese drei Kernvarianten fremd blieben, brachten es hier zu den abenteuerlichsten Verwechselungen und kreativen Neuschöpfungen, die meiner heutigen Namens- und Familienforschung schon von daher eindeutige Grenzen aufzeigen.
 




10 - Latinisierung ...













Latinisierung von Familiennamen
Der Familienname ist für uns heute unverrückbarer Bestandteil unserer Identität. In früheren Jahrhunderten war dies allerdings nicht der Fall, Umbenennungen waren durchaus möglich.

In Deutschland kam der lange Prozess der Ausbildung fester, erblicher Familiennamen erst im Jahr 1874 mit der Einführung des Standesamtes zu einem Abschluss. So war es beispielsweise in den Zeiten des Humanismus in gebildeten Kreisen sehr beliebt, deutsche Namen ins Lateinische oder auch Griechische zu übersetzen oder sie mit einer entsprechenden Endung zu versehen. Noch heute zeugen viele unserer Familiennamen von dieser Modeerscheinung. Lateinische Übersetzungen deutscher Namen sind etwa die Namen Sartor bzw. Sartorius für Schneider oder Schröder,Molitor für Müller bzw. Möller, Praetorius (lat. Vorsteher, Statthalter) für Schultheiss,Schulze oder Scholze. Namen wie Jacobi oder Wilhelmi sind lateinische Entsprechungen von Jakobs oder Wilhelms.

Manche Namen erhielten damals durch schlichtes Anhängen der Endung -ius sozusagen einen „klassischen” Anstrich: So wurde etwa aus Dehl, einer Kurzform von Dietrich, der Name Delius, aus Mathes wurde Mathesius.

aus: http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/newsletter/archiv.php?id=139


Meine Anmerkung dazu: Wie wurde wohl im Humanismus der Familienname STRASSER latinisiert oder der Familienname WEGNER / WEGENER (wenn er nicht eine Form von Wagner / Wagenmacher / Stellmacher war - sondern sich auf den "WEG" bezog ...) ???

11 - Namens-Suffix "-(a)nt" / -(a)nd" - "Viant" ???












Auszug aus einer Hauptseminararbeit 2004 - Germanistik / Linguistik:

Die Entwicklung der deutschen Familiennamen in Wien

von: Maria Gstöttner


1. Einleitung


Familiennamen gibt es im deutschen Sprachraum noch keine 1000 Jahre. Erst im 12. Jahrhundert begann sich die Familiennamengebung langsam auszubilden. Vorher gab es aufgrund der überschaubaren Bevölkerungszahl noch keinen Bedarf, zur Identifizierung einen weiteren Namen als den Rufnamen zu führen. Zwar trugen Mitglieder des Adels schon Beinamen, diese galten aber als Individualnamen und wurden meist nicht an die Nachkommen weitervererbt. Aus diesen Beinamen allerdings entwickelten sich langsam die Familiennamen. Anhand literarischer Quellen lässt sich feststellen, dass als Beinamen von Personen oft Herkunft oder Wohnstätte angegeben wurde. Weiters wurden Berufsbezeichnungen, körperliche oder charakterliche Eigenschaften und auch Verwandtschaftsbeziehungen als nähere Personenkennzeichnungen verwendet. Durch das Wachsen der Städte im 12. und 13. Jh. stieg der Bedarf nach einer exakteren Namengebung allmählich an. Die germanischen Rufnamen waren in der Verwendung zurückgegangen und auch die neuen christlichen Rufnamen konnten das Defizit nicht ausgleichen. Dazu wurden Rufnamen innerhalb Familien von Generation zu Generation weitervererbt, sodass „präzisierende Kennzeichnungen auch im sozialen Kleinverband notwendig wurden.“1


Angefangen von den höheren Schichten und Städtern breitete sich die Namengebung nach und nach bis in alle Schichten und Gegenden aus. Anfangs kam es mitunter zu einem Nebeneinander von verschiedenen Benennungen für eine einzige Person. In schriftlichen Aufzeichnungen wurden oft alle möglichen Angaben über eine Person gemacht, um sie eindeutig zu identifizieren. Am längsten blieben Knechte, Mägde und Dienstboten ohne eigenen Familiennamen. Sie wurden oft durch den Namen des Dienstgebers benannt. Die Pflicht zum Tragen eines fixen Familiennamens wurde erst im 18. Jh. eingeführt. Heute stehen wir einer Fülle von Familiennamen gegenüber, deren einstige Bedeutung wir meist weder auf Anhieb verstehen, noch hinterfragen. Die Bedeutung, die der Name zur Zeit seines Entstehens innehatte steht nicht mehr im Vordergrund, wenn wir den Familiennamen von jemand erfahren. Untersucht man die Namen dennoch nach ihrer ursprünglichen Bedeutung, indem man ihre etymologischen Wurzeln freilegt, erhält man interessante Einblicke in den langwierigen Prozess der Familiennamengebung. Aufgabe und Ziel dieser Arbeit ist es anhand einer begrenzten Anzahl von Familiennamen, die aus Regesten von Urkunden der Stadt Wien 2 entnommen wurden, zu veranschaulichen, auf welche Art und Weise die Namen gebildet wurden und was sie zum Zeitpunkt ihres Entstehens um 1510 bedeutet haben. Die 42 unterschiedlichen Familiennamen geben Einblicke in Zusammenhänge von Gesellschaft und Sprache ihrer Entstehungszeit, da sie „zumindest zum Zeitpunkt ihrer Entstehung mehr oder weniger motiviert sind“3. Das heißt, sie reflektieren quasi die Umstände ihrer Benennung. Die insgesamt 42 Namen von 1510 werden abschließend auf ihr Fortbestehen in der Gegenwart untersucht.


2. Arten und Bildung von Familiennamen


2.1. Herkunftsnamen


Einerseits durch die starke Binnenwanderung im Mittelalter und der großen Landflucht der bäuerlichen Bevölkerung in die Städte, vor allem aber durch die beginnende Ostsiedlung im 11. und 12. Jh. erhielt ein großer Teil der Menschen ihren Familiennamen nach ihrer Heimat bzw. Herkunft. Herkunftsnamen konnten jedoch auch durch Zusammenhänge entstehen, z.B. durch Handelsbeziehungen, oder längeren Aufenthalt in einem bestimmten Ort. Besonders in den Städten bildeten Herkunftsnamen am Anfang der Namengebung die zahlenmäßig stärkste Gruppe. Ihr Anteil nimmt aber immer mehr ab. Sie „sind die instabilste Gruppe.“4


Da immer nur eine kleine Gruppe von Personen den gleichen Herkunftsnamen trägt, wirkt sich das Aussterben von Familien sehr stark auf den Bestand von Herkunftsnamen aus. Zu Beginn der Familiennamengebung wurden Herkunftsnamen mit der Präposition von bzw. lat. de angegeben, wie z.B. die Belege 5 Guntheri de Dresden (1295), oder Heynrich von Kemnicz (1308) zeigen. Gelegentlich wurde auch das Vorwort aus verwendet. Später wird zur Bildung des Herkunftsnamen auch das Suffix –er benutzt. Die Benennung von Bewohnern eines Ortes wurde so zum Familiennamen. Anfangs schienen die Namen noch mit Artikel auf, wie Heinrich der Wiener (14. Jh.). Diese verschwanden dann allmählich ganz. Heute hieße diese Person einfach Heinrich Wiener. Das Suffix –er ist im deutschen Sprachraum nicht überall gleich verbreitet. Vor allem das Oberdeutsche, zu dem wir auch das Wienerische zählen, weist es bei Herkunftsnamen häufig auf. Teilweise kommen die Herkunftsnamen auch in ihrer reinen Gestalt, also ohne Suffix oder Präposition, als Familiennamen auf, wie das Beispiel Günther Leipzig zeigt. Solche Namen entstanden meist durch Kürzung, oder wurden als Übernamen vergeben, welche kein Suffix benötigen. Existierten am Anfang der Familiennamengebung noch alle Typen von Herkunftsnamen nebeneinander, setzte sich nach und nach in jeder Gegend ein bestimmter Bildungstyp durch. Die Bildung mit Präposition verschwand fast ganzheitlich. Im Oberdeutschen dominierte die -er Suffixbildung schon früh und drang von dort aus ins Mitteldeutsche vor, wo sie sich jedoch nicht völlig durchsetzen konnte. Im Niederdeutschen fehlt die –er Bildung fast völlig. Herkunftsnamen werden gelegentlich auch mit anderen Suffixen gebildet, wie z. B. der Name Böhmisch (zu Böhmen) zeigt. Auf weitere Bildungssuffixe wird bei den Wohnstättennamen eingegangen, die eine ähnliche Bildung aufweisen. Da im Oberdeutschen viele Ortsnamen mit dem Suffix -ing gebildet werden, sind auch Herkunftsnamen auf -inger sehr häufig. Durch das in Tirol übliche Suffix -au sind auch Namen auf -aber und -ober üblich. 6

2.2 ...

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1 Naumann, Horst: Das große Buch der Familiennamen. Alter. Herkunft. Bedeutung. Niedernhausen: Falken Verl. 1994. S. 11.

2 Vgl. Quellen zur Geschichte der Stadt Wien. 2. Abteilung. Regesten aus dem Archive der Stadt Wien. Bd. 4. Verzeichnis der Originalurkunden des städtischen Hauptarchives 1494-1526. 1. Halbband. Bearbeitet von Dr. J. Lampel. Wien 1917. S. 259-270.

3 Naumann. S. 13.-14.

4 Kunze, Konrad: dtv -Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. München: Deutscher Taschenbuch Verl. 1998. S. 85.

5 Vgl. Fleischer, Wolfgang: Die deutschen Personennamen. Geschichte, Bildung und Bedeutung. Berlin: Akademie Verl. 1964. S. 107f.

6 Bach, Adolf: Deutsche Namenkunde. Bd. I: Die deutschen Personennamen. 2. Die deutschen Personennamen in geschichtlicher, geographischer, soziologischer und psychologischer Betrachtung. Mit 8 Skizzen. 3. unver. Aufl. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverl. 1978. (= Adolf Bach Bd. I, 1 und 2: Die deutschen Personennamen. Band II, 1 und 2: Die deutschen Ortsnamen.)

Textauszug aus 30 Seiten

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Wiener Dialekt

weanarisch - wienerisch
eine kleine Wiener Dialektkunde


"Des is halt weanarisch, holodaro, a Witz, a Kern, so reden d'Leut' in Wean,
vor so aner Ausdrucksweis' hot ma Respekt, so klingt da echte unverfälschte Weana Dialekt."

Refrain aus: Nach´n alten Weanaschlag

....

Weana =  Wiener

( Auszug aus: http://www.wien-vienna.at/freizeit.php?ID=529 )

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Meine Frage dazu:

Könnte jemand aus Wien ("Wean") oder jemand, der "über Wien" gekommen ("zuagreist") ist, aber nicht "Weanerisch" spricht - um 1650 beim Matrikelführer (z.B. in Wien in der Schottenpfarre 1649 - s. Post) "mundartlich" zu "Weand" /"Wieandt"/"Viant"/"Wiandt" sprachlich / orthographisch mutieren ... ???

(Bsp.: der, der "Musik" ausübt - ist ein "Musik-ant" - der, der sich auf "Wien - Wean" bezieht - ist ein "Wi(an)a-nt" - "We(an)a-nt" ... ???)

Lateinische Suffixe
Suffix
ursprüngliche lateinische Form
Bedeutung
Derivate (Beispiele)
-ns (Gen. -ntis)
Partizip Präsens Aktiv: Agens eines Geschehens oder einer Handlung
Agent, Brillant, Informant
-ndus, -a, -um
Gerundivum: (vorgesehenes oder gewünschtes) Objekt eines Geschehens oder einer Handlung
Analysand, Doktorand, Konfirmand, Promovend

Auszug aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Suffixe 



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IST AUCH EINE  -NT ODER -ND-SUFFIX-BILDUNG FÜR (lat.) "VIA" (DER WEG - DIE STRASSE - bzw. "ÜBER" ...) MÖGLICH  UND KORREKT ??? -


Da ich kein Lateiner bin - habe ich keine Ahnung ... - aber es würde ja etwas erklären, wenn in der "latinisierenden" Namensentwicklungszeit im ausgehenden Mittelalter (z.B. Paracelsus, Vulpius, Agricola, Mercator usw.) - und im Übergang zur Renaissance eine solche Familiennamens-Bildung (VIANT u.a.) sich erklären ließe... - siehe dazu auch Post oben:  ...

12 - Viendemanß Spil - das Fingerhakeln

Einen trotz eines tragischen Ereignisses eher heiteren Zufallsfund fand ich bei der Suche nach der Bedeutung des Stammwortes "VIANT" aus dem Jahre 1552 in einem im Internet veröffentlichten Buch: Jan Peters: Märkische Lebenswelten - Gesellschaftsgeschichte der Herrschaft Plattenburg auf S. 23:







Bei einem Spiel, wo jemand zwei Finger verliert, dürfte es sich bei "Viendemanß Spil" (abgeleitet vielleicht aus dem Wortstamm VIANT = mhd. Feind) um das gute alte Fingerhakeln (bis heute eine althergebrachte "bayerische"[!] Sitte) gehandelt haben ... ;-))

Dieser Zufallsfund macht aber auch die uralte Grundsatzfrage auch in der Namensforschung aktuell: "Was war zuerst - Huhn oder Ei ?...":

Vianden in Luxemburg heißt wahrscheinlich Vianden, weil die Burgherren dort für irgendwen
damals "die Feinde" waren ... (?)...
Die Namensträger VIANT [mit allen Varianten] hießen vielleicht so nach dem Gebiet, aus dem sie stammten, vielleicht waren aber auch sie für
irgendwen "der Feind" - der Viant... -

Und für jemanden Feind sein oder Feind werden, war und ist ja eine recht "dynamische" Angelegenheit - besonders auch im Mittelalter und im Laufe der Jahrhunderte ...

Ob wir es jemals lösen werden ?


14 - Vianden - ein Landstrich im Mittelalter


Vianden war eine mittelalterliche Grafschaft, etwa in der Größe des heutigen Luxemburgs.

Zur bewegten Geschichte

Damals, also mit Erhalt des Freiheitsbriefs [1308], wurde Vianden zu einer mittelalterlichen Hauptstadt und damit zum politischen Zentrum. Die Grafschaft Vianden umfasste zu dieser Zeit 136 Dörfer und stand mit seiner geografischen Fläche bis Prüm und Bitburg dem heutigen Luxemburg in nichts nach. Die befestigte Stadt lag zu den Füßen der Burgruine, von der sie beschützt und beherrscht wurde. 24 halbkreisförmige Türme und 5 Pforten markierten entlang der Ringmauer die Stadtgrenze.


Weil sie denneuzeitlichen Verkehr aufhielten, fielen sie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Abrisskommandos zum Opfer.


Während des 15. Jahrhunderts wohnten rund 3.000 Einwohner in Vianden. Damit war sie die dritte Stadt des Landes und verdankte ihren Wohlstand dem Talent der Künstler und dem Können der Handwerker, die in sieben Zünften zusammengeschlossen waren: Gerber, Tuchmacher, Küfer, Maurer, Schneider, Schlosser und Goldschmiede.


Letztere schufen eine beeindruckende Zahl von weltlichen und religiösen Kunstwerken, die über den ganzen Raum der Ardennen und der Eifel verbreitet sind.


Die sieben Zünfte hatten das Recht, eigene Maße für Flüssigkeiten, Getreide, Gewichte und Ellenwaren zu gebrauchen.


Ein Kuriosum am Rande...
das Viandener "Ohm" (158 l) entspricht ziemlich genau einem Barrel (159 l) und das "Fouss" der Länge eines DIN A4 Blattes.


(Auszug aus einer Festschrift zur 700 Jahrfeier der Stadt Vianden 2008) - http://www.cv.leader.lu/_dbfiles/webpage/28/Parcours10.pdf


Die Burg

wurde zum Symbol des Unglücks und des Leidens, die über Vianden hereinbrachen. Für die Herrscher aus dem Hause Nassau, die Vianden im 15. Jahrhundert durch Erbschaft erhielten, war die Grafschaft Vianden nur eine untergeordnete Herrschaft. Sie wohnten nicht in der Burg und ließen die Grafschaft durch Amtmänner verwalten. Es war der Beginn des Niedergangs der Stadt Vianden, der beschleunigt wurde durch die Aufhebung der Grafschaft im Jahre 1794, die Abtretung von 42 Dörfern der vormaligen Grafschaft an Preußen durch den Wiener Kongress von 1815, und durch die Errichtung einer Zollgrenze zwischen Vianden und diesen Dörfern nach dem Austritt Luxemburgs aus dem Zollverein im Jahre 1918.

(aus: http://www.vianden-info.lu/)

15 - Moselfranken / Luxemburg / VIANDEN - Siebenbürgen

Ja - so kann es also gewesen sein. Aus der Gegend der Grafschaft VIANDEN zogen Familien Richtung Südost-Europa / Ungarn / Siebenbürgen. Sie siedelten hier und da auf dem Weg dorthin - blieben vielleicht in Nachbarschaftsgruppen und heimischen Familienverbänden zusammen. Verschiedene Familien können so aus dem moselfränkischen Raum als VIANT's namentlich bezeichnet worden sein oder haben sich einen solchen Namen gewählt (und auch in all den vielfältigen Varianten) = nämlich als die, die aus der Grafschaft VIANDEN kommen .... - sie wählten als Familiennamen den Ortsnamen, ein "Toponym" ...

Längs des Gesamtweges, den Herr Dr. Schuster aus Luxemburg nach Hermannstadt per Fahrrad zurückgelegt hat, wohnten zu unterschiedlichen Zeiten  (z.T. auch noch heute) auch immer VIANT-Familien ...
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Zitat:
"Zur Entwicklung der Familiennamen kann festgestellt werden, daß sie öfters durch Ortsnamen verdrängt wurden, so daß wir heute kaum einen Ort des Trierer Raumes unter den Familiennamen vermissen..."

aus: Archiv für Sippenforschung, Heft 105 53. Jahrgang Februar 1987: Trierer Geburtsbriefe 1548—1796, Neue Folge Nr. 346-458 im Anschluß an Heft 67 (1977) - Von Eduard L i c h t e r , Eugenstraße 27, 5500 Trier

und noch ein Zitat zum luxemburgischen Ortsnamen "Marnach":
"Gab die erste Familie, die sich dort niederließ, dem Ort ihren eigenen Namen? (Vergl. Echternach als Gründung des Epternus)
Wahrscheinlich war es umgekehrt: es nannten sich Personen, die von Marnach aus in die Welt zogen, nach ihrem Heimatort, sie wählten als Familiennamen einen "Ortsnamen, ein Toponym".
... In Luxemburg gibt es heute noch zahlreiche Einwohner mit dem Namen Marnach, (von 85 im Jahr 1880 haben sie sich auf 137 im Jahr 1984 vermehrt), in der Gemeinde Marnach dagegen keine mehr."
aus: http://www.marnach.info/luxemburg/01MarnachundLuxemburg/cluxsiedlungsnamen.html









20. August 2007


Auf den Spuren der Ahnen: Mit dem Fahrrad von Luxemburg nach Hermannstadt

Seit Jahren fasziniert Dr. Alfred K. Schuster das Thema Reisewege im Mittelalter. So war es nahe liegend, dass er sich einmal auf den Weg machen würde, den vor 800 bis 900 Jahren „Teutones, Flandres und Wallones“ einschlugen, um in ein „gelobtes Land“, eine neue Heimat auszuwandern. In diesem Sommer war es so weit, er entschied sich für das Fahrrad. Er wollte einen Bogen spannen von Luxemburg, der Kulturhauptstadt 2007 im Westen Europas, nach Hermannstadt, in die Kulturhauptstadt im Osten, in der er vor 70 Jahren geboren wurde.


Am 4. Juni verließ ich Luxemburg, beeindruckt von dem immensen Kulturprogramm, das in der Stadt und Region geboten wird. Meine Reise führte mich nach Trier, von dort über den Hunsrück nach Mainz, wobei ich mehrere Kilometer auf der noch gut erhaltenen Rö­merstraße, der Via Ausonia, geradelt bin. Meine nächsten Stationen waren die mittelalterlichen Handelsmetropolen Würzburg, Bamberg, Nürn­berg, Amberg, Regensburg und Passau und dann Wien. Je weiter ich nach Os­ten kam, umso mehr Leuten begegnete ich, die etwas über die Kulturhauptstadt Hermann­stadt wussten. Ich folgte vor allem den Wegen, die einst die mittelalterlichen Städte verbanden, und nur selten dem beliebten Donau-Radweg.




Mit dem Fahrrad auf den kulturellen Spuren der Ahnen: Dr. Alfred K. Schuster


Ungarn durchquerte ich von Nordwest nach Südost, auf Nebenwegen, die Györ und die Abtei Pannonhalma (St. Martin) mit dem politischen Zentrum der Magyaren im Hochmittelalter, Sze­kesfehervar, verbinden. Von dort fuhr ich an die Donau, die ich bei Dunaföldvar überquerte. Ich fuhr weiter nach Südosten, besichtigte zwei Nationalparks. Ich wollte herausfinden, ob es im 11., 12. Jahrhundert möglich war, das Schwemm­land und die Sumpfwälder der Theißebene zu durchqueren. Diese Frage muss ich heute verneinen. Wahrscheinlich zogen die damaligen Sied­lertrecks an der Donau weiter nach Süden. Vermutlich bis zur Drau- und Theißmündung, und dann erst nach Nordosten, um an den Mieresch zu gelangen. Im 2003 neu gegründeten Kloster Morisena bei Csenad, einem ehemaligen Bischofsitz, das den Namen des 1002 in byzantinischen Schriften erstmals erwähnten al­ten Klosters trägt, wurde ich vom Popen zum Mittagessen eingeladen. Er sagte: „Reisende emp­fangen wir auch heute noch wie vor tausend Jahren“, und schränkte dann ein: „jedoch nicht Touristen, die mit dem Auto kommen“.


Am 14. Juli erreichte ich Hermannstadt und fuhr zum Hunsrück (heute Strada Centumvirilor), um einen Gruß zu überbringen, den mir Ein­heimische aus dem Hunsrück im Westen mitgegeben hatten. Im Gepäck hatte ich zwei weitere Grußbotschaften, eine der Lands­mannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und eine der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt, die ich Frau Pavel vom Demokra­tischen Forum der Deutschen in Siebenbürgen übergab, die beide Schreiben an Bürgermeister Klaus Johannis weiterleitete. Erfreulich war, dass mich Bischof Dr. Christoph Klein, obwohl unangemeldet, für ein kurzes Gespräch empfing.


Und Hermannstadt? Die alten Mauern erleben in diesem Sommer einen nie dagewesenen Kulturrausch. Täglich kulturelle Großereignisse auf der Bühne am Großen Ring, im Festzelt auf der Piaţa Unirii und anderswo. In den Gassen Menschen aus vieler Herren Länder mit Reise­führern in den Händen, die eines der vielen kulturellen Angebote wahrnehmen oder das vielfältige kulinarische Angebot an einem der Tische in und vor den Restaurants genauso genießen wie das bunte, fröhliche Treiben auf den Straßen und Plätzen der Stadt. Ein Sprachenbabylon schwirrt durch die Altstadt und alle, mit denen ich gesprochen habe, waren begeistert und sahen verständnisvoll über die noch existierenden Baustellen hinweg.






Mit dem Fahrrad auf dem Hunsrück in Hermannstadt.


Dass ich als Siebzigjähriger eine solche Reise unternommen habe, war nicht nur der Hermannstädter Zeitung einen Bericht wert, sondern auch der Zeitung Monitorul de Sibiu und der rumänischen Presseagentur. Radio Romania brachte ein längeres Interview über meine Reise und meine Eindrücke von meiner Heimatstadt. 41 Tage war ich unterwegs, an 31 habe ich im Sattel gesessen und die Strecke von 2 475 km bewältigt. An den restlichen zehn Tagen habe ich Kultur, Natur und Kräfte ge­tankt. An sehr heißen Tagen (35 bis 37 Grad C) habe ich bis zu sieben Liter Wasser getrunken und wieder ausgeschwitzt.


Unterwegs führte ich viele Gespräche: auf der Straße, in Kneipen, in Klöstern und anderswo über die Kultur­haupt­städte Europas 2007, aber auch über die Emigration deutscher Siedler aus Moselfranken und dem Rheinland nach Siebenbürgen. Am Ende meiner Reise bummelte ich eine Woche lang durch die Straßen meiner Kindheit und Jugend. Ich war auf den Spuren unserer Vor­fahren in die Geschichte abgetaucht und erkannte am Ziel, dass meine Reise auch eine Reise in die Zukunft Hermannstadts war.


Dr. Alfred K. Schuster, Clausthal-Zellerfeld

16 - VIANT - von "VIANDEN" (Luxembourg) ???














Vianden - Merian 1643

Viant - Vianden

Annette Viant Seekings aus Cornwall/England notierte in einem "Viant"-Ahnen-Forum zu einer Suchanzeige von mir im Juli 2010:
http://boards.ancestrylibrary.com/thread.aspx?mv=flat&m=65&p=localities.ceeurope.hungary.baranya

(Sinngemäße Übersetzung (mit Hilfe von Übersetzungsmaschinen ins Deutsche:)


"Zitat aus einer Informationsseite über den luxemburgischen Ort Vianden: Vielleicht erklärt sich so der Name Viant - auch in Österreich (Burgenland) [-Ungarn - Moson/Sopron Györ]? * (siehe Anmerkung unten).

Im 13. und 14. Jahrhundert kämpften die Grafen von Vianden, die mächtigsten Herrscher in der Region zwischen dem Fluss Our und der Westeifel, heftig gegen die Grafen von Luxemburg um die Vorherrschaft in der Region zwischen Maas (Meuse) und Mosel.
Anno 1140 unterstützt Frederick I von Vianden den Erzbischof von Trier bei einer Fehde gegen Heinrich IV von Luxemburg. Die Dorfbewohner des Landstriches Vianden (*s. Anmerkung I), deren Häuser dabei geplündert und verwüstet wurden während der Kämpfe, folgten damals oft dem Ruf des Königs Geza II (* s. Anmerkung II) von Ungarn und emigrierten nach Siebenbürgen/Transsylvanien, wo die moselfränkische Sprache bis heute erhalten geblieben ist."

*) Anmerkung: Auf dem Weg nach Transsylvanien/Siebenbürgen ließen sich einzelne "Viant"-Familien dann vielleicht schon "unterwegs", z.B. im Bereich Burgenland - Moson - Sopron - Györ, im Hianzen-/Heidebauern-Gebiet" nieder - und siedelten erst späterhin ostwärts nach der Gegenreformation als protestantische Glaubensflüchtlinge (Transmigration) z.B. in Kötcse, Györköny, Lajoskomarom, Ecseny, Gadacs usw.


Original-Text von Annette Viant-Seekings (hortonsboa) in english:

"Quote from an information board in Vianden. Does this explain the name Viant in Austria (Burgoland)? presumably the emigrants would have taken the name as originating in Vianden.


In the 13 and 14 century the counts of Vianden, the most powerful rulers in the region between the Our River and the West Eifel, fought fiercely against the Counts of Luxembourg for predominance over the region between the Meuse and Moselle Rivers. In 1140, Frederick 1 of Vianden assisted the Archbishop of Trier in a fued against Henry 1V of Luxembourg. The villages whose houses had been pillaged and ravaged during the fights followed the appeal of King Geza 11 of Hungary and emigrated to Transylvania where the Moselle Frankish language has been preserved to this day."

Annette Viant Seekings -

(Many Thanks for this Information)

Anmerkung I:
Ansiedlung von deutschen Kolonisten in Siebenbürgen


Ab 1143 erreichten die ersten Siedler die soeben frei gewordenen Gebiete in Südsiebenbürgen; das spätere Hermannstadt im Süden, Broos im Westen sowie den Nösnergau im Norden.


Im Verlaufe des 12. und 13. Jahrhunderts wurden nun in Süd- und Nordsiebenbürgen weitere deutsche Kolonisten angesiedelt. Durch Lokatoren angeworben, kamen sie, um die leeren Gebiete zu füllen, die Grenzen zu sichern und die Wirtschaft zu beleben. Besonders aus dem Maas-Mosel-Raum, Flandern und dem Gebiet der damaligen Erzbistümer Köln, Trier und Lüttich gab es Zuzüge. In mehreren Schüben und durch Binnenkolonisation (von Primärsiedlungen aus entstanden Tochtersiedlungen) wurde das Land erschlossen.


Die Bezeichnung „Sachsen“ (Siebenbürger Sachsen) entstammt dem Lateinischen Saxones in den alten ungarischen Urkunden, womit gemeinhin die deutschen Einwanderer bezeichnet wurden, was mit ihrer Herkunft jedoch nur eingeschränkt zu tun hat.



Die deutschen Bauern und Handwerker genossen mehrheitlich die Privilegien einer Rechtsvergabe des ungarischen Königs von 1224 (Andreanum oder auch Goldener Freibrief). Die Sonderrechte galten auf dem sog. Königsboden, welchen sie besiedelt hatten und wurden ihnen in den folgenden Jahrhunderten immer wieder urkundlich bestätigt und erweitert. Die Kolonisten gründeten die bis heute wichtigsten Städte Siebenbürgens: Hermannstadt, Kronstadt, Klausenburg, Mühlbach, Schäßburg, Mediasch und Bistritz sowie viele Dörfer und Marktflecken in drei geschlossenen,aber nicht zusammenhängenden Gebieten, insgesamt ca. 267 Ortschaften.


Eine zweite größere Welle deutschsprachiger Einwanderung setzte erst zu Zeiten der Gegenreformation ein, da zu dieser Zeit in Siebenbürgen Glaubensfreiheit galt. Durch die sog. Transmigration kamen Landler, Durlacher u.a. ins Land und wurden auf dem Königsboden angesiedelt. Diese blieben jedoch weitgehend als eigenständige Kulturgruppen bestehen und vermischten sich kaum mit den ansässigen Siebenbürger Sachsen.


aus: http://www.hpgrumpe.de/rumaenien/siebenbuergen-info.htm


Anmerkung II

Géza II., König von Ungarn,

rief ab etwa 1147 deutsche und flämische Bauern, Handwerker, Kaufleute und niedere Adelige (sog. Ministeriale) in die dünn besiedelten Gebiete in Oberungarn (Zips) und Siebenbürgen (Siebenbürger Sachsen). Die Siedler kamen aus der Rhein-Mosel-Gegend (Moselfranken), aus Flandern und aus Wallonien.

(aus: http://www.bessarabia.altervista.org/deu/2ostsiedlung/3.0_ostsiedlung11.html)



19 - VIANT - UK

Nachname: Viant - in Großbritannien



Der Name existiert in vielen Formen einschließlich Fain, Fane, Fayne , Faynes , Vain, Vaines, Vanes , Vayne , Vian, Viance, Viant und wahrscheinlich noch weitere Schreibweisen. Es ist ein berühmter und nobler englischer Nachname. Doch seine Ursprünge sind sehr verwirrend und aus mehreren Quellen, einschließlich eventuell Frankreich und Wales.





Die erste und wahrscheinlichste Annahme ist es , dass es ursprünglich ein Spitzname für einen "gut versorgte Person" war. Als solcher war es ein Begriff abgeleitet von einem "Old English-vor-7. Jahrhundert-Wort" "foegen, was sich im Englischen des 12. Jahrhunderts zu "fein oder fayn", und nach der "New English Dictionary" von 1883 wird aus einer elisabethanischen Quelle "Fayne promys makyth folys Fayne" zitiert, die grob übersetzt eine Person im Gegensatz zu einem "Narren" bezeichnet! Das Wort "Fayn" wurde auch als Vorname im Mittelalter benutzt, und es gibt auch einen kleinen Hinweis, dass es für einige Namensträger es aus dem walisischen Wort "fain" abgeleitet wurde, was wohl am besten mit "schlank" übersetzt wird.


Doch um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es auch einen Platz in La Manche, in der Normandie, namens "Vains", und es ist wahrscheinlich, dass einige Familien von diesem Standort abstammen, vielleicht sogar schon über die Normannen bei der Invasion von 1066.


Es wird gesagt, dass die Nachfahren von Sir John Vane, der bei der Schlacht von Poitiers zum Ritter geschlagen wurde, ihren Namen als "Fane" schrieben, z.B. in einem Testament vom 16. April 1488.


Bild: Schlacht von Poitiers (Maupertuis - 19.09.1356)

Er kann als der Stammvater der Vane-Familie, der Grafen von Darlington, und der Fane-Familien, der Grafen von Westmoreland bezeichnet werden!


Die erste urkundliche Schreibweise des Familiennamens ist möglicherweise die von William le Vain. Sie ist von 1242 datiert in der Steuerurkunde der Grafschaft Worcestershire, während der Regierungszeit von König Heinrich III. von England, von 1216 bis 1272.


Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Familiennamen in jedem Land weiter "entwickelt" und führen so oft zu erstaunlichen Varianten der ursprünglichen Schreibweise.

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Original english:
Surname: Viant

Recorded in many forms including Fain, Fane, Fayne, Faynes, Vain, Vaines, Vanes, Vayne, Vian, Viance, Viant and probably others, this is a famous and noble English surname. However its origins are at best very confused, and from several sources including possibly France and Wales. The first and most likely source is that it was originally a nickname for a "well disposed person". As such this was a derivative of the Old English pre 7th century word "foegen", the Middle English 12th century "fein or fayn", and according to the New English Dictionary of 1883 quoting from an Elizabethan source "Fayne promys makyth folys Fayne", which roughly translates as a person permanently opposed to fools! The word as Fayn was also used as a given name in the Middle Ages and there is also a slight chance that for some nameholders it derives from the Welsh word "fain", meaning slender. However to add to the confusion there is also a place in La Manche, Normandy called "Vains", and it is probable that some namebearers are from this locational source, and may well have come over with the Normans in the invasion of 1066. It is said that Sir John Vane who was knighted at the battle of Poitiers, wrote his name as Fane on his will dated April 16th 1488. He was the ancestor of the Vane family, Earls of Darlington, and the Fane family, Earls of Westmorland!


Hernry Vane, 2. Earl of Darlington

The first recorded spelling of the family name is possibly that of William le Vain. This was dated 1242, in the tax rolls of the county of Worcestershire, during the reign of King Henry 111rd of England, 1216 - 1272. Throughout the centuries, surnames in every country have continued to "develop" often leading to astonishing variants of the original spelling.


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33 - Vogelsberg/Hessen-Connection




Wenn es also diese apostrophierte Namens-Entwicklungsverwandtschaft VIANT/VENDT/WIEAND tatsächlich gibt, hat sich folgende neue Spur ergeben:

1 
aus: http://www.chronik-crainfeld.de/auswanderer.htm


Auswanderer nach Ungarn 1720/21

Den Hintergrund für die erste größere Auswanderung in der Geschichte des Vogelsberges bildete die hemmungslose und rücksichtslose Jagdleidenschaft des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1678-1739). Durch das überhand nehmende Wild, die Parforcejagden über Äcker und Wiesen, und die Erhöhung der Steuern wurden insbesondere die oberhessischen Bauern wirtschaftlich ruiniert. Auch die stark zugenommene Bevölkerung nach dem 30jährigen Krieg, die aufgrund der in Oberhessen gültigen Realteilung zu einer Verkleinerung der Güter geführt hatte, dürfte mit ursächlich gewesen sein. Ab 1720 erschienen in der Landgrafschaft Hessen gezielt Werber im Auftrag des römisch-deutschen Kaisers und ungarischen Königs aus dem Haus der Habsburger, Karl VI., die Siedler für die brach und wüst liegenden Gegenden im kurz zuvor in den Türkenkriegen gewonnenen Ungarn und Siebenbürgen suchten. Trotz der Behinderung dieser Werbungen durch die landgräflichen Beamten wanderten 1720/21 insgesamt 300 Personen aus den oberhessischen Ämtern Alsfeld, Grebenau, Lißberg und Nidda nach Ungarn aus. Aus Crainfeld wanderten mindestens sieben Personen aus, aus dem benachbarten Bermuthshain zwei Familien. Die folgenden Angaben zu den Auswanderern aus Crainfeld ins Königreich Ungarn sind dem Hessischen Archiv-Dokumentations- und Informationssystem (HADIS) und der Veröffentlichung "Grebenhain. Geschichte und Gegenwart der Dörfer im südöstlichen Vogelsberg" von 1995 entnommen.
 
Bauermeister, Johann Jost, Herkunft: Schlechtenwegen. - Auswanderungsdatum: nach 1721 / Ziel: Ungarn. - Ehepartner: Helene Katharina B., geb.: Wacker / Crainfeld, 1 Kind(er). - Bemerkungen: cop. am 23.02.1719 in Crainfeld. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; D. Luth. Ungarn
 
Bauermeister, Susanna, Herkunft: Crainfeld. - Auswanderungsdatum: nach 1721 / Ziel: Ungarn. - Alter/geb.: geb: 21.11.1719, Eltern: Johann Jost B., Helene Katharina B., geb.: Wacker. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; D. Luth. Ungarn
 
Jost, Johannes, Herkunft: Crainfeld. - Auswanderungsdatum: 1721 / Ziel: Ungarn. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; Geschichtsblätter des Kreises Lauterbach Nr. 39
 
Wacker, Helene Katharina, Herkunft: Crainfeld. - Auswanderungsdatum: 1721 / Ziel: Ungarn. - Ehepartner: Johann Jost Bauermeister aus Schlechtenwegen. - Bemerkungen: cop. mit s.o. am 23.02.1719, nach Calazno 1721. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; D. Luth. Ungarn
 
Linker, Bernhard, Müller aus Crainfeld, 1720 ausgewandert.
 
Krisch, Johann Philippus, Bauer aus Crainfeld, geboren 8.9.1691 in Crainfeld, 1720 ausgewandert.
 
  • Vent, Johannes, wohnhaft in Crainfeld, Färber aus Grünberg, 1720 ausgewandert.




















2


Zoltán Tefner schreibt in seinem Aufsatz: Kolonisationsgeschichte der hessischen Sekundärgemeinde Kötsching/Kötcse (Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen 13, 1997)













Johann Viandt - aus dem "Fuldischen Raum" - starb 1788 im Alter von 80 Jahren in Kötcse - geboren also 1708... - er kann z.B. ein Sohn jenes "Johann Vent aus Crainfeld, Färber aus Grünberg", gewesen sein - aus dem "Fuldischen Raum" - und - wie Tefner andernorts betont, aus dem Vogelsberg-Gebiet ...









Im Urbarial von Kötcse 1767 ist von den anfänglichen 3 Wiand(t)s  (Georg, Jacob und Johann) nur noch ein "Viganth" / "Viant" Janos (Johannes) übrig geblieben ....


Kötcse/Kötsching  ist wahrscheinlich eine Sekundärsiedlung - vielleicht aus den Familien gespeist, die in Györköny als Viandt  über 100 Jahre konstant in den Matrikeln auftauchen. Sie sollen eine besondere - allerdings umstrittene - Herkunftsverbindung zu den "Hianzen" bzw. zu den "Heidebauern", den "Hapauern" aufweisen (Heiraten untereinander, Patenwahl bei Kindstaufen usw.)
Dieses "Hianzen-/Heidebauern-Gebiet" ist im Bereich österreichisches Burgenland/Neusiedler See/Westungarn (Györ-Sopron-Moson) anzusiedeln.

Johann Vendt  kann aber 1720 zuerst - vielleicht mit einer größeren Familie, mit Geschwistern und fast erwachsenen Söhnen - dort in Westungarn angekommen sein (Primäransiedlung) - und dann ist er und/oder seine älteren Söhne als "Viant/Viandt"  weiter gezogen nach Györköny (Sekundäransiedlung) (Friedrich Viandt - *1711) - ziemlich assimiliert inzwischen mit dem "Heidebauern"-Clan - und dann ein weiterer Familien-Zweig nach Kötcse um 1730.

3
 In Westungarn (Sopron-Györ-Moson) tauchen - zumindest später -  Familien-Zweige Wendt/Vendt/Fendt/Windt auf:




Dies ist sicherlich eine recht kühne Hypothese ... - aber sie ist auch doch irgendwie "plausibel" - und darstellbar. Die Zeit wird bringen, wie "belastbar" sie ist ...