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30 - Familieninfo: Herkunft aus dem Elsass ...




Lieber Edward! 
Leider habe ich keine schriftlichen Dokumente über die Herkunft aus dem Elsass unserer Familie. 
Mein Urgrossvater [János Wieand /1864-1954]erzählte mir, dass im Jahre 1536 die Familie Wieand aus dem Elsass gekommen ist.
In Ungarn lebten sie zuerst im Komitat Moson, dann, nach einer Zeit, sind sie in das Komitat Tolna weitergezogen. 
Ich weiss es nicht, in welchen Orten sie dort genau gelebt haben. 
Im Komitat Tolna arbeiteten sie auf einem gräflichen Grundbesitz. Ich weiss leider den Namen dieses Dorfes nicht. 
Sie waren Lutheraner. Und noch heute ist unsere Familie lutherisch. Der Graf wollte, dass die Familie in die katholische Religion übertreten solle. 
So bewegten sie sich lieber weiter nach Varsad.
Dann hat Herzog Lajos Batthyány das Dorf Lajoskomárom gegründet um 1802, und die Deutschen dort angesiedelt. Für die Ansiedler hat er Grundstücke zur Verfügung gestellt. 
Sebestyén Wieand /Viand/ hat sich wegen diesen Möglichkeit auf den Weg gemacht und ist in das Dorf Lajoskomárom umgezogen. 
Grüsse: Katalin Schnitz /Merényi Mihályné/

Ich heisse Katalin Schnitz.  Geboren am 22.Nov.1939 in Lajoskomárom
Wohnort: Várpalota , Komitat Veszprém 
Kommentar: 
Auch wenn dieser kurze Abschnitt der "Familienchronik" der V/Wi(e)an(d)(t) / Viant / Viand / Wiandt durch keine direkt einsehbaren Urkunden belegt ist - entspricht der Inhalt haargenau aber den derzeitig gängigen "Viant/Wieand-Theorien" - wenigstens des Zweiges, der sich in Ungarn wohl im ausgehenden 17./bzw. frühen 18.Jhrdt. ansiedelte.
Da z.B. Henry Fischer vom DVHH.org immer wieder auf die "Heidbauern"/"Hapauer" beharrt beim Ursprung der Wieand-Familie (frühe Ansiedler in Kötcse, Györköny - und dann in Lajoskomarom) kommt ein längerer Aufenthalt von einigen Generationen im Komitat Moson/Sopron/Györ durchaus in Frage, wo man sich auch mit den Heidbauern assimilierte. 




Die Herkunft der Viant aus Alsace/Lorrain bzw. aus Meurthe/Moselle ist sehr wahrscheinlich: "Geneanet" führt derzeit über 4400 Namensträger (V-I-A-N-(D)-T) dort zwischen 1600-1950 auf ...!
Das Beharren auf die lutherische Religion spricht aber eventuell auch dafür, dass die Familien Vian(d)t auch im ansonsten katholischen Elsass und Lothringen vielleicht nur immer auf der "Durchreise" als protestantische Glaubensflüchtlinge in Reaktion auf die Gegenreformation allerorten waren (s. z.B. http://viant-family.blogspot.de/2010/06/mennonitica.html und http://viant-family.blogspot.de/2009/03/viants-als-bernische-wiedertaufer.html)

Herzlichen Dank liebe Katalin

33 - Vogelsberg/Hessen-Connection




Wenn es also diese apostrophierte Namens-Entwicklungsverwandtschaft VIANT/VENDT/WIEAND tatsächlich gibt, hat sich folgende neue Spur ergeben:

1 
aus: http://www.chronik-crainfeld.de/auswanderer.htm


Auswanderer nach Ungarn 1720/21

Den Hintergrund für die erste größere Auswanderung in der Geschichte des Vogelsberges bildete die hemmungslose und rücksichtslose Jagdleidenschaft des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1678-1739). Durch das überhand nehmende Wild, die Parforcejagden über Äcker und Wiesen, und die Erhöhung der Steuern wurden insbesondere die oberhessischen Bauern wirtschaftlich ruiniert. Auch die stark zugenommene Bevölkerung nach dem 30jährigen Krieg, die aufgrund der in Oberhessen gültigen Realteilung zu einer Verkleinerung der Güter geführt hatte, dürfte mit ursächlich gewesen sein. Ab 1720 erschienen in der Landgrafschaft Hessen gezielt Werber im Auftrag des römisch-deutschen Kaisers und ungarischen Königs aus dem Haus der Habsburger, Karl VI., die Siedler für die brach und wüst liegenden Gegenden im kurz zuvor in den Türkenkriegen gewonnenen Ungarn und Siebenbürgen suchten. Trotz der Behinderung dieser Werbungen durch die landgräflichen Beamten wanderten 1720/21 insgesamt 300 Personen aus den oberhessischen Ämtern Alsfeld, Grebenau, Lißberg und Nidda nach Ungarn aus. Aus Crainfeld wanderten mindestens sieben Personen aus, aus dem benachbarten Bermuthshain zwei Familien. Die folgenden Angaben zu den Auswanderern aus Crainfeld ins Königreich Ungarn sind dem Hessischen Archiv-Dokumentations- und Informationssystem (HADIS) und der Veröffentlichung "Grebenhain. Geschichte und Gegenwart der Dörfer im südöstlichen Vogelsberg" von 1995 entnommen.
 
Bauermeister, Johann Jost, Herkunft: Schlechtenwegen. - Auswanderungsdatum: nach 1721 / Ziel: Ungarn. - Ehepartner: Helene Katharina B., geb.: Wacker / Crainfeld, 1 Kind(er). - Bemerkungen: cop. am 23.02.1719 in Crainfeld. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; D. Luth. Ungarn
 
Bauermeister, Susanna, Herkunft: Crainfeld. - Auswanderungsdatum: nach 1721 / Ziel: Ungarn. - Alter/geb.: geb: 21.11.1719, Eltern: Johann Jost B., Helene Katharina B., geb.: Wacker. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; D. Luth. Ungarn
 
Jost, Johannes, Herkunft: Crainfeld. - Auswanderungsdatum: 1721 / Ziel: Ungarn. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; Geschichtsblätter des Kreises Lauterbach Nr. 39
 
Wacker, Helene Katharina, Herkunft: Crainfeld. - Auswanderungsdatum: 1721 / Ziel: Ungarn. - Ehepartner: Johann Jost Bauermeister aus Schlechtenwegen. - Bemerkungen: cop. mit s.o. am 23.02.1719, nach Calazno 1721. Quelle: Auswandererkartei Ernst Wagner; D. Luth. Ungarn
 
Linker, Bernhard, Müller aus Crainfeld, 1720 ausgewandert.
 
Krisch, Johann Philippus, Bauer aus Crainfeld, geboren 8.9.1691 in Crainfeld, 1720 ausgewandert.
 
  • Vent, Johannes, wohnhaft in Crainfeld, Färber aus Grünberg, 1720 ausgewandert.




















2


Zoltán Tefner schreibt in seinem Aufsatz: Kolonisationsgeschichte der hessischen Sekundärgemeinde Kötsching/Kötcse (Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen 13, 1997)













Johann Viandt - aus dem "Fuldischen Raum" - starb 1788 im Alter von 80 Jahren in Kötcse - geboren also 1708... - er kann z.B. ein Sohn jenes "Johann Vent aus Crainfeld, Färber aus Grünberg", gewesen sein - aus dem "Fuldischen Raum" - und - wie Tefner andernorts betont, aus dem Vogelsberg-Gebiet ...









Im Urbarial von Kötcse 1767 ist von den anfänglichen 3 Wiand(t)s  (Georg, Jacob und Johann) nur noch ein "Viganth" / "Viant" Janos (Johannes) übrig geblieben ....


Kötcse/Kötsching  ist wahrscheinlich eine Sekundärsiedlung - vielleicht aus den Familien gespeist, die in Györköny als Viandt  über 100 Jahre konstant in den Matrikeln auftauchen. Sie sollen eine besondere - allerdings umstrittene - Herkunftsverbindung zu den "Hianzen" bzw. zu den "Heidebauern", den "Hapauern" aufweisen (Heiraten untereinander, Patenwahl bei Kindstaufen usw.)
Dieses "Hianzen-/Heidebauern-Gebiet" ist im Bereich österreichisches Burgenland/Neusiedler See/Westungarn (Györ-Sopron-Moson) anzusiedeln.

Johann Vendt  kann aber 1720 zuerst - vielleicht mit einer größeren Familie, mit Geschwistern und fast erwachsenen Söhnen - dort in Westungarn angekommen sein (Primäransiedlung) - und dann ist er und/oder seine älteren Söhne als "Viant/Viandt"  weiter gezogen nach Györköny (Sekundäransiedlung) (Friedrich Viandt - *1711) - ziemlich assimiliert inzwischen mit dem "Heidebauern"-Clan - und dann ein weiterer Familien-Zweig nach Kötcse um 1730.

3
 In Westungarn (Sopron-Györ-Moson) tauchen - zumindest später -  Familien-Zweige Wendt/Vendt/Fendt/Windt auf:




Dies ist sicherlich eine recht kühne Hypothese ... - aber sie ist auch doch irgendwie "plausibel" - und darstellbar. Die Zeit wird bringen, wie "belastbar" sie ist ...


34 - DIE PASSAU-/ bzw. "WEGSCHEIDER LAND"-CONNECTION



ui-ui-ui


Im Zuge meiner Forschungen zur Herkunft meiner Familie und unseres Namens WIEAND/VIANT stieß ich im Laufe der Zeit auch immer wieder auf die folgenden "Theorien",


  • die VIAN[D]T's seien aus Bayern über das "Burgenland" / "Heideboden" (bzw. Wieselburger Komitat - Westungarn - Moson-Sopron-Györ) nach Kötcse, Györköny, Lajoskomarom gezogen
  • vielleicht schon sehr früh - aber mindestens zum Ausgang des 17. Jahrhunderts, vielleicht mit Beendigung des 30-jährigen Krieges durch die dazugehörigen Kriegswirren - vielleicht auch als Glaubensflüchtlinge,
  • sind meine Vorfahren doch alle Lutheraner/bzw. Reformierte, evtl. sogar Waldenser, Täufer, Baptisten, Mennoniten (s.d.).
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Heute nun fand ich bei den "Ungarndeutschen" einen Beitrag zur Mundart/zum Dialekt in Bikács, wo wohl einige meiner leiblichen Vorfahren gewohnt haben - aber eben auch insbesondere in Györköny, Lajoskomárom und Pusztavám.


Folgt man nun der Theorie zu den "ui-Mundarten" (s.d.) - so wäre zu prüfen, inwieweit noch heute im Raum "nördlich von Passau" (z.B. im "WEGSCHEIDER LAND") Namensträger VIANT/VIANDT/WIEAND wohnen bzw. z.B. um 1650/1750 gewohnt haben.


Und tatsächlich: Wenn man die Verteilungslandkarte der Namensträger WIEAND heutzutage aufruft, ergibt sich folgendes Bild:


VERTEILUNG NAME WIEAND IN DEUTSCHLAND:











































GANZ RECHTS-AUSSEN -/UNTERHALB: DER GELB GEKENNZEICHNETE ZIPFEL, IST DER LANDKREIS PASSAU (bis zu 5 Namens-Vorkommen WIEAND...) - links darüber - gar nicht weit entfernt - der Landkreis Regensburg (grün) - näher bei (links): der Landkreis Freising (orange), im weiteren dann Aichach-Friedberg, München, Fürstenfeldbruck: alle mit Namensträgern WIEAND, wie sie dann auch in Ungarn aufgetaucht sind.

Mir ist ein "Zweig" der Wieands aus Bayern bekannt - als Nachfahren des Anton Wieand (Geburtsort und -datum unbekannt) bzw. seines Sohnes Michael Wieand aus Rottenburg/Laaber (* 07.09.1825).

Also bitte - liebe Namens"vetter", mailt mir - oder gebt Hinweise per Blogkommentar zur Herkunft und Geschichte Eures Familiennamens - und forscht nach Abwanderungen ins "austro-hungarische" ...


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Aus: Mathias Schmausser - "So ré:dn mie":

Die Wigatscher (Bikács|er) Mundart


Die Wigatscher Mundart gehört zu der so genannten mittelbairischen „ui-Mundart". Daneben gibt es auch einen mittelfränkischen Einschlag. Sprachverwandt sind wir außer mit unserem Herkunftsgebiet im Heideboden und Burgenland zum Teil mit Jerking/Györköny, mit Loisch(komorn) / Lajoskomárom und Pußtawam/Pusztavám. Ein Großteil dieser Gemeinden kam ebenfalls im 18. Jahrhundert, wie auch die Wigatscher, aus dem erwähnten Gebiet.


Interessant sind besonders die Wörter, die mit „ezn" enden, z.B. himlezn = himmlitzen, .wetterleuchten', schoarezn = knirschen mit den Zähnen usw. Diese Tätigkeitswörter finden wir auch im Wegscheider Land nördlich von Passau. Den dokumentierenden Zeitungsausschnitt schickte mir vorJahren Laci, unser Wigatscher Dr. Takacs, aus Passau zu. In der „Passauer Neue(n) Presse" schrieb Volker Stutzer: Die auf „ezn" endenden Tätigkeitswörter, eine sprachliche Besonderheit dieses Raumes, (anderswo gibt es sie nur vereinzelt), sind sehr alte Sprachformen, deren Herkunft noch nicht voll erkannt ist. Sicher ist, daß sich darin frühmittelalterliche Sprachgebilde erhalten haben. In unserer Mundart fand ich fünfzehn solche Wörter. Man könnte fast vermuten, dass unsere Vorfahren oder zumindest ein Teil davon aus diesem Landstrich der Donau entlang nach Burgenland und Westungarn kamen.


Mein wichtigstes Anliegen ist, dass die Wörter lautgetreu, phonetisch korrekt und auch für den Laien leicht verständlich wiedergegeben werden. Die Diphthonge (Zwielaute) „ui", „oi" usw. habe ich als „uj", „oj" usw. geschrieben. Somit können sie auch „Nichteingeweihte" leichter übermittelt bekommen. Beispiel: Wenn man das Wort „su:ja" (suchen) mit „ui" geschrieben hätte, so würde man es womöglich „su:ia", also falsch aussprechen.


Da es verschiedene Lautschriftsysteme gibt, können die Zeichen (Buchstaben) für die einzelnen Laute, die in diesem Buch verwendet wurden, von denen in anderen Wörterbüchern abweichen. Die hier verwendete Lautschrift basiert auf dem latainischen Alphabet. Laute der Wigatscher Mundart, die in der deutschen Umgangssprache nicht vorkommen, werden mit modifizierten Zeichen des lateinischen Alphabets wiedergegeben.


Wenn man bedenkt, dass wir z. B. drei verschiedene a-Laute und vier verschiedene „e"-Lautqualitäten haben, so ist in diesem Fall die Anhörung eines Tonträgers am sichersten.


Dass ich die Internationale Lautschrift „Association Phonetique Internationale" (API) nicht verwendet habe, hat zweierlei Gründe:


a. Für einen Ungeübten ist sie schwer zu lesen.


b. Eine geeignete Schreibmaschine oder Computer stand mir nicht zur Verfügung.


Dr. Josef Schwing, Phonetiker und Germanist, wollte mir freundlicherweise seine Diskette für die API-Schrift zur Verfügung stellen. Wir haben uns leider zu spät, als ich meine Arbeit schon geschrieben hatte, kennengelernt. Die Arbeit noch einmal zu schreiben war mir einfach zuviel. Ich hoffe, dass dieses Büchlein seinen eigentlichen Zweck trotzdem erfüllt.


Bei Herrn Prof. Dr. Karl Manherz (Universität Budapest) und Herrn Dr. Josef Schwing bedanke ich mich auf diesem Wege herzlich für ihre Unterstützung. Ebenso bei einigen „Wigatscher Menischer", die mir bei dem einen oder anderen fehlenden Wort halfen.


Quelle: Mathias Schmausser - "So ré:dn mie" - Die Mundart von Wigatsch/Bikács, Ungarndeutsches Archiv 5, S. 9-10; ELTE Germanistisches Institut, Budapest 2005, 107 S.´Mit Einwilligung des Autors (2007)

http://www.ungarndeutsche.de/de/cms/index.php?page=Bikacs-Mundart

39 - Die Hutterer im Burgenland

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Eine Theorie zur Familiengeschichte des Viant-Zweiges ist ja, dass sie als Wiedertäufer/Mennoniten/Waldenser/ Hutterer/Hugenotten - protestantische Glaubensflüchtlinge - aus dem Berner Bereich vertrieben wurden nach Cornwall/England (Viant), Lothringen (Viant) und ins Breisgau (Fiand in Opfingen u.a.) - und es aus diesen Gegenden Abwanderungen nach dem Burgenland und zunächst Westungarn kam ...
Hier habe ich noch einmal einen Aufsatz gefunden, der sich mit den Handwerkern unter den Hutterern explizit im Burgenland und im Bereich des Komitats Moson/Sopron/Györ beschäftigt ...
Die genannten Orte könnten alle Durchgangsstationen der Viants/Wieands nach Györköny und Lajoskomarom sein ...
Wer dazu in seinen Forschungsunterlagen nähere Informationen hat - bitte melden ...