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Horst Klusch: Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen - 31 pdf-Seiten

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Fernand Fehlen: Kritische Arbeit zum "Zusammenhang": Luxemburg - Siebenbürgen

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Namens-Suffix "-(a)nt" / -(a)nd" - "Viant" ???












Auszug aus einer Hauptseminararbeit 2004 - Germanistik / Linguistik:

Die Entwicklung der deutschen Familiennamen in Wien

von: Maria Gstöttner


1. Einleitung


Familiennamen gibt es im deutschen Sprachraum noch keine 1000 Jahre. Erst im 12. Jahrhundert begann sich die Familiennamengebung langsam auszubilden. Vorher gab es aufgrund der überschaubaren Bevölkerungszahl noch keinen Bedarf, zur Identifizierung einen weiteren Namen als den Rufnamen zu führen. Zwar trugen Mitglieder des Adels schon Beinamen, diese galten aber als Individualnamen und wurden meist nicht an die Nachkommen weitervererbt. Aus diesen Beinamen allerdings entwickelten sich langsam die Familiennamen. Anhand literarischer Quellen lässt sich feststellen, dass als Beinamen von Personen oft Herkunft oder Wohnstätte angegeben wurde. Weiters wurden Berufsbezeichnungen, körperliche oder charakterliche Eigenschaften und auch Verwandtschaftsbeziehungen als nähere Personenkennzeichnungen verwendet. Durch das Wachsen der Städte im 12. und 13. Jh. stieg der Bedarf nach einer exakteren Namengebung allmählich an. Die germanischen Rufnamen waren in der Verwendung zurückgegangen und auch die neuen christlichen Rufnamen konnten das Defizit nicht ausgleichen. Dazu wurden Rufnamen innerhalb Familien von Generation zu Generation weitervererbt, sodass „präzisierende Kennzeichnungen auch im sozialen Kleinverband notwendig wurden.“1


Angefangen von den höheren Schichten und Städtern breitete sich die Namengebung nach und nach bis in alle Schichten und Gegenden aus. Anfangs kam es mitunter zu einem Nebeneinander von verschiedenen Benennungen für eine einzige Person. In schriftlichen Aufzeichnungen wurden oft alle möglichen Angaben über eine Person gemacht, um sie eindeutig zu identifizieren. Am längsten blieben Knechte, Mägde und Dienstboten ohne eigenen Familiennamen. Sie wurden oft durch den Namen des Dienstgebers benannt. Die Pflicht zum Tragen eines fixen Familiennamens wurde erst im 18. Jh. eingeführt. Heute stehen wir einer Fülle von Familiennamen gegenüber, deren einstige Bedeutung wir meist weder auf Anhieb verstehen, noch hinterfragen. Die Bedeutung, die der Name zur Zeit seines Entstehens innehatte steht nicht mehr im Vordergrund, wenn wir den Familiennamen von jemand erfahren. Untersucht man die Namen dennoch nach ihrer ursprünglichen Bedeutung, indem man ihre etymologischen Wurzeln freilegt, erhält man interessante Einblicke in den langwierigen Prozess der Familiennamengebung. Aufgabe und Ziel dieser Arbeit ist es anhand einer begrenzten Anzahl von Familiennamen, die aus Regesten von Urkunden der Stadt Wien 2 entnommen wurden, zu veranschaulichen, auf welche Art und Weise die Namen gebildet wurden und was sie zum Zeitpunkt ihres Entstehens um 1510 bedeutet haben. Die 42 unterschiedlichen Familiennamen geben Einblicke in Zusammenhänge von Gesellschaft und Sprache ihrer Entstehungszeit, da sie „zumindest zum Zeitpunkt ihrer Entstehung mehr oder weniger motiviert sind“3. Das heißt, sie reflektieren quasi die Umstände ihrer Benennung. Die insgesamt 42 Namen von 1510 werden abschließend auf ihr Fortbestehen in der Gegenwart untersucht.


2. Arten und Bildung von Familiennamen


2.1. Herkunftsnamen


Einerseits durch die starke Binnenwanderung im Mittelalter und der großen Landflucht der bäuerlichen Bevölkerung in die Städte, vor allem aber durch die beginnende Ostsiedlung im 11. und 12. Jh. erhielt ein großer Teil der Menschen ihren Familiennamen nach ihrer Heimat bzw. Herkunft. Herkunftsnamen konnten jedoch auch durch Zusammenhänge entstehen, z.B. durch Handelsbeziehungen, oder längeren Aufenthalt in einem bestimmten Ort. Besonders in den Städten bildeten Herkunftsnamen am Anfang der Namengebung die zahlenmäßig stärkste Gruppe. Ihr Anteil nimmt aber immer mehr ab. Sie „sind die instabilste Gruppe.“4


Da immer nur eine kleine Gruppe von Personen den gleichen Herkunftsnamen trägt, wirkt sich das Aussterben von Familien sehr stark auf den Bestand von Herkunftsnamen aus. Zu Beginn der Familiennamengebung wurden Herkunftsnamen mit der Präposition von bzw. lat. de angegeben, wie z.B. die Belege 5 Guntheri de Dresden (1295), oder Heynrich von Kemnicz (1308) zeigen. Gelegentlich wurde auch das Vorwort aus verwendet. Später wird zur Bildung des Herkunftsnamen auch das Suffix –er benutzt. Die Benennung von Bewohnern eines Ortes wurde so zum Familiennamen. Anfangs schienen die Namen noch mit Artikel auf, wie Heinrich der Wiener (14. Jh.). Diese verschwanden dann allmählich ganz. Heute hieße diese Person einfach Heinrich Wiener. Das Suffix –er ist im deutschen Sprachraum nicht überall gleich verbreitet. Vor allem das Oberdeutsche, zu dem wir auch das Wienerische zählen, weist es bei Herkunftsnamen häufig auf. Teilweise kommen die Herkunftsnamen auch in ihrer reinen Gestalt, also ohne Suffix oder Präposition, als Familiennamen auf, wie das Beispiel Günther Leipzig zeigt. Solche Namen entstanden meist durch Kürzung, oder wurden als Übernamen vergeben, welche kein Suffix benötigen. Existierten am Anfang der Familiennamengebung noch alle Typen von Herkunftsnamen nebeneinander, setzte sich nach und nach in jeder Gegend ein bestimmter Bildungstyp durch. Die Bildung mit Präposition verschwand fast ganzheitlich. Im Oberdeutschen dominierte die -er Suffixbildung schon früh und drang von dort aus ins Mitteldeutsche vor, wo sie sich jedoch nicht völlig durchsetzen konnte. Im Niederdeutschen fehlt die –er Bildung fast völlig. Herkunftsnamen werden gelegentlich auch mit anderen Suffixen gebildet, wie z. B. der Name Böhmisch (zu Böhmen) zeigt. Auf weitere Bildungssuffixe wird bei den Wohnstättennamen eingegangen, die eine ähnliche Bildung aufweisen. Da im Oberdeutschen viele Ortsnamen mit dem Suffix -ing gebildet werden, sind auch Herkunftsnamen auf -inger sehr häufig. Durch das in Tirol übliche Suffix -au sind auch Namen auf -aber und -ober üblich. 6

2.2 ...

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1 Naumann, Horst: Das große Buch der Familiennamen. Alter. Herkunft. Bedeutung. Niedernhausen: Falken Verl. 1994. S. 11.

2 Vgl. Quellen zur Geschichte der Stadt Wien. 2. Abteilung. Regesten aus dem Archive der Stadt Wien. Bd. 4. Verzeichnis der Originalurkunden des städtischen Hauptarchives 1494-1526. 1. Halbband. Bearbeitet von Dr. J. Lampel. Wien 1917. S. 259-270.

3 Naumann. S. 13.-14.

4 Kunze, Konrad: dtv -Atlas Namenkunde. Vor- und Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. München: Deutscher Taschenbuch Verl. 1998. S. 85.

5 Vgl. Fleischer, Wolfgang: Die deutschen Personennamen. Geschichte, Bildung und Bedeutung. Berlin: Akademie Verl. 1964. S. 107f.

6 Bach, Adolf: Deutsche Namenkunde. Bd. I: Die deutschen Personennamen. 2. Die deutschen Personennamen in geschichtlicher, geographischer, soziologischer und psychologischer Betrachtung. Mit 8 Skizzen. 3. unver. Aufl. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverl. 1978. (= Adolf Bach Bd. I, 1 und 2: Die deutschen Personennamen. Band II, 1 und 2: Die deutschen Ortsnamen.)

Textauszug aus 30 Seiten

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Wiener Dialekt

weanarisch - wienerisch
eine kleine Wiener Dialektkunde


"Des is halt weanarisch, holodaro, a Witz, a Kern, so reden d'Leut' in Wean,
vor so aner Ausdrucksweis' hot ma Respekt, so klingt da echte unverfälschte Weana Dialekt."

Refrain aus: Nach´n alten Weanaschlag

....

Weana =  Wiener

( Auszug aus: http://www.wien-vienna.at/freizeit.php?ID=529 )

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Meine Frage dazu:

Könnte jemand aus Wien ("Wean") oder jemand, der "über Wien" gekommen ("zuagreist") ist, aber nicht "Weanerisch" spricht - um 1650 beim Matrikelführer (z.B. in Wien in der Schottenpfarre 1649 - s. Post) "mundartlich" zu "Weand" /"Wieandt"/"Viant"/"Wiandt" sprachlich / orthographisch mutieren ... ???

(Bsp.: der, der "Musik" ausübt - ist ein "Musik-ant" - der, der sich auf "Wien - Wean" bezieht - ist ein "Wi(an)a-nt" - "We(an)a-nt" ... ???)

Lateinische Suffixe
Suffix
ursprüngliche lateinische Form
Bedeutung
Derivate (Beispiele)
-ns (Gen. -ntis)
Partizip Präsens Aktiv: Agens eines Geschehens oder einer Handlung
Agent, Brillant, Informant
-ndus, -a, -um
Gerundivum: (vorgesehenes oder gewünschtes) Objekt eines Geschehens oder einer Handlung
Analysand, Doktorand, Konfirmand, Promovend

Auszug aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Suffixe 



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IST AUCH EINE  -NT ODER -ND-SUFFIX-BILDUNG FÜR (lat.) "VIA" (DER WEG - DIE STRASSE - bzw. "ÜBER" ...) MÖGLICH  UND KORREKT ??? -


Da ich kein Lateiner bin - habe ich keine Ahnung ... - aber es würde ja etwas erklären, wenn in der "latinisierenden" Namensentwicklungszeit im ausgehenden Mittelalter (z.B. Paracelsus, Vulpius, Agricola, Mercator usw.) - und im Übergang zur Renaissance eine solche Familiennamens-Bildung (VIANT u.a.) sich erklären ließe... - siehe dazu auch Post oben:  ...

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